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VENTA D´AUBERT/Bajo Aragón (Teruel)
Es ist still in dieser Ecke des Bajo Aragóns. Die herrliche Landschaft
ist wild, sanft und kaum bevölkert; überragt wird sie im östlichen Hintergrund von den Gipfeln der „Puertos de Beceite“ an deren Steilhängen Wildschweine und Steinböcke leben.
Die jungen Spanier zieht es in die Städte, ans Meer – Industrien gibt es hier praktisch nicht. Die Einheimischen bearbeiten das Land nach dem Motto „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Aufgrund dieser extensiven Landwirtschaft sind Fauna und Flora voll erhalten; eine Wanderung ist nicht nur für Botaniker, Ornithologen und Naturfreunde, sondern auch für jeden Menschen mit klarem Blick und offenem Herz ein Erlebnis. Das Bajo Aragón ist arm und reich zugleich – eigentlich ist es reich, weil es arm ist!
In dieser Gegend, genauer an der Strasse A231, beim km 28, zwischen Arnes und Valderroberes, liegt auf 580 m ü. Meer die Venta d’Aubert – ein Landgut, das nach langem Dornröschenschlaf durch ein Schweizer Ehepaar zu neuem Leben erweckt wurde. Mitte der 80er Jahre, war die Venta d’Aubert verwildert, verlassen, und die Ländereien waren neben wenigen Garnacha-blanco-Weinstöcken mit Olivenbäumen und Hasel-
nusssträuchern bepflanzt. Der bekannte Önologieprofessor José Luis Perez beurteilte das Umfeld der Venta d’Aubert sowohl klimatisch als auch mikrobiologisch als sehr gut, sodass kurzerhand die Haselnuss-
stauden gerodet und neue Weinstöcke, entsprechend seinen Empfehlungen gepflanzt wurden, wobei der in der Gegend übliche Gobelet-Ausbau der Spaliererziehung weichen musste – es war die Geburtsstunde für einen neuen Stern am spanischen Weinhimmel!
Die auf tonhaltigem, kalkigem Boden neu angelegten Rebberge sind einem mediterranen, halbkontinentalen Klima ausgesetzt, welches die Entwicklung der Reben sehr positiv beeinflusst. Die Pflege des Weines beginnt im Rebberg; eine Hektare umfasst zirka 2500 Rebstöcke und der Ertrag liegt bei nur zirka 3'000 kg Trauben/ha. Heute erstreckt sich die Venta d’Aubert über eine Fläche von 82 ha, wovon 18 ha mit roten und weissen Rebstöcken bepflanzt sind (Garnacha Tinto, Shiraz, Merlot, Monastrell, Cabernet-Sauvignon, Cabernet-Franc sowie Garnacha Blanco, Viognier und Chardonnay).
Eine neue Bodega mit allen technischen Einrichtungen ist erstellt; Weine der Jahre 1998 bis 2005 reifen im Barrique- oder im klimatisierten Flaschenkeller.
Es werden drei Rotweine, nämlich der einfachere Ventus, der kräftige, robuste Venta d’Aubert Tinto sowie das Flaggschiff der Bodega, der Dionus und zwei Weissweine, nämlich der reinsortige Viognier sowie der Star der spanischen Weissweine, der Venta d’Aubert Blanco, ausgebaut.
Schweizer Weinliebhaber sind heute die Eigentümer der Venta d’Aubert. Qualität über alles – ist nach wie vor ihr Ziel, das sie zusammen mit dem deutschen Önologen Stefan Dorst anstreben.
Die Benotungen der Venta d’Aubert-Weine in der spanischen Weinbibel Penin zeugen von einer konsequenten, zielorientierten Arbeit.
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